Schulen für Erwachsene - Ein Kurzüberblick

 

1. Schulformen

Kollegs: dieser Bildungsweg, der Berufstätige über den Besuch einer Tagesschule zur allgemeinen Hochschulreife führt, besteht in Hessen seit 1959. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder der Nachweis einer mindestens dreijährigen Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 19 Jahren und ein schulischer Abschluss, der dem Hauptschulabschluss entspricht. Die Führung eines Familienhaushalts ist einer Berufstätigkeit gleichgestellt. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist in eine Einführungsphase (zwei Semester) und eine darauf aufbauende Qualifikationsphase (vier Semester) gegliedert. Sie wird durch die Abiturprüfung abgeschlossen.

Staatliche Kollegs befinden sich in Wetzlar, Kassel, Frankfurt/Main und Wiesbaden. Der Unterricht findet am Vormittag und am frühen Nachmittag statt.

Abendhauptschulen: In der Abendhauptschule kann der Hauptschulabschluss in einem einjährigen Ausbildungsgang (zwei Semester) erworben werden. Bewerberinnen und Bewerber für diese Abendschule müssen die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, sie dürfen weder eine allgemein bildende noch eine berufliche Vollzeitschule besuchen noch einen vergleichbaren Bildungsabschluss erworben haben.

Abendhauptschulen gibt es in Frankfurt/Main, Giessen, Kassel, Bad Hersfeld und Wiesbaden.

Abendrealschulen: Sie ermöglichen in einem zweijährigen Ausbildungsgang (vier Semester) den Erwerb des Realschulabschlusses. Es können Bewerberinnen und Bewerber aufgenommen werden, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, sie dürfen weder eine allgemein bildende noch eine berufliche Vollzeitschule besuchen noch einen gleichwertigen Bildungsabschluss erworben haben.

Abendrealschulen befinden sich in Kassel, Bad Hersfeld, Marburg, Giessen, Frankfurt/Main, Wiesbaden und Darmstadt.

Abendgymnasien: Sie führen Berufstätige nach einem Bildungsgang von in der Regel dreieinhalb Jahren zur allgemeinen Hochschulreife. Der Bildungsgang gliedert sich in eine Vorkursphase (ein bis zwei Semester, je nach Vorkenntnissen), eine Einführungsphase ( zwei Semester) und eine Kursphase ( vier Semester).
Die Studierenden müssen mit Ausnahme der letzten 1 ½ Studienjahre berufstätig sein. Voraussetzung zur Aufnahme in das Abendgymnasium sind der Hauptschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder der Nachweis einer mindestens dreijährigen Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 19 Jahren. Die Führung eines Familienhaushalts ist einer Berufstätigkeit gleichgestellt. Der Bildungsgang wird mit der Abiturprüfung abgeschlossen.

Abendgymnasien gibt es in Kassel, Bad Hersfeld, Marburg, Giessen, Frankfurt/Main (zwei Schulen), Neu-Isenburg, Wiesbaden, Darmstadt, Heppenheim und Offenbach.

Die geltenden Rechtsgrundlagen für alle Schulen für Erwachsene sind:
a. das hessische Schulgesetz,
b. die Verordnung zur Ausgestaltung der Schulen für Erwachsene vom 9. November 1998 (ABL. 99, ).

2. Ein paar Zahlen

Statistik 1:

Abendgymnasien, Kollegs, Abendrealschulen und Abendhauptschulen
Schulen und Studierende in Hessen
1970, 1980 und 1998

 

Schulen

Studierende

Schulform

1970

1980

1998

1970

1980

1998

Abendgymnasien

8

10

10

1.658

3.135

2.368

Kollegs

7

7

7

815

927

890

Abendrealschulen

-

3

7

-

358

1.042

Abendhauptschulen

-

1

4

-

29

139

 

Statistik 2:
Hessen unter den alten Bundesländern (nur Flächenstaaten)
im Bereich der Abendgymnasien und Kollegs 1997/98

Land

Abendgymnasiasten

Kollegiaten

Studierende des Zweiten Bildungswegs je 100.000 Einwohner

Baden-Württemberg

1.751

477

21

Bayern

691

1.248

16

Brandenburg

709

368

42

Hessen

2.436

804

54

Mecklenburg-Vorp.

351

 

19

Niedersachsen

654

640

17

Nordrhein-Westfalen

6.802

5.614

69

Rheinland-Pfalz  

493

12

Saarland

147

59

19

Sachsen

744

577

29

Sachsen-Anhalt

319

479

29

Schleswig-Holstein

437

 

16

Thüringen  

307

12

Statistik 3:
Studierende der Schulen für Erwachsene (zweiter Bildungsweg) in Hessen -
darunter weiblich und Ausländer 1998/99

   

davon in

 

Schü

Abendhauptschulen

Abendrealschulen

Abendgymnasien

Kollegs

Schul-

ler

 

darunter

 

darunter

 

darunter

 

darunter

jahr

insge-

 

weibl.

Ausl

 

weibl.

Ausl.

 

weibl.

Ausl.

 

weibl.

Ausl.

 

samt

insg.

Anz.

%

Anz.

%

insg.

Anz.

%

Anz.

%

insg.

Anz.

%

Anz.

%

insg.

Anz.

%

Anz..

%

1998/99

4.439

139

61

43,9

54

38,8

1.042

471

45,2

375

36,0

2.368

1.289

54,4

671

28,3

890

453

50,9

255

28,7

 

Statistik 4:
Absolventen der Schulen für Erwachsene (zweiter Bildungsweg) in Hessen
mit Hochschul- und Fachhochschulreife 1997/98

Absolventen aus

 

Abendgymnasien

Kollegs

 

Hochschulreife

Fachhochschulreife

mit Hochschulreife

Fachhochschulreife

Schuljahr

 

darunter weiblich

 

darunter weiblich

 

darunter weiblich

 

darunter weiblich

 

insgesamt

Anz.

%

insgesamt

Anz.

%

insgesamt

Anz.

%

insgesamt

Anz.

%

1997/98

314

197

62, 7

131

58

44, 3

142

78

54, 9

13

4

30, 8

Statistik 5:
Studierende der Schulen für Erwachsene (zweiter Bildungsweg) in Hessen
darunter Ausländer nach ausgewählten Nationalitäten, 1998/99

                       

Schuljahr

Studierende des 2. Bildungswegs insges

darunter Ausländer

Afgahnen

Griechen

Iraner

Italiener

Jugoslawen

Marokkaner

Spanier

Türk en

Sonstige

 

.

Anz.

%

                 

1998/99

4.439

1.355

30,5

78

37

115

71

136

40

21

357

500

Quelle:
Bildungspolitik in Zahlen. Daten aus dem Schulbereich 1999, S.71 - 74
Hg:. Hess. Kultusministerium
Referat VI B 2 - Statistik
Luisenplatz 10
65185 Wiesbaden

HeLP, Pädagogisches Institut Falkenstein, 2000, eMail d.luke@help.hessen.de